Anfänge deutscher Filmkritik.
Stuttgart: Verlag Robert Fischer + Uwe Wiedleroither 1986.
206 Seiten.
ISBN 3-924098-03-4
Die Geschichte der deutschen Filmkritik ist noch nicht geschrieben. Mit diesem Buch wird ihr erstes Kapitel über die Anfänge in den Jahren bis zum Ersten Weltkrieg vorgelegt.
Der Beginn der Filmkritik war an den Kunstanspruch an das Kino gekoppelt: Als die französischen "films d'art" 1909 nach Deutschland kamen, gab es schon bald Filmkritik in Form von "Kino-Kritik". Mit der deutschen Variante der "films d'art", den "Autorenfilmen", gelang der Filmkritik 1913 der Einzug in die Feuilletons. Eine unabhängige, regelmäßige, ernsthafte Filmkritik fand jedoch in den Anfangsjahren nur in der kinoreformerischen Fachzeitschrift "Bild und Film" (M.Gladbach) statt.
Das Buch zeigt materialreich die Entwicklung von 1909 bis 1915 auf. Besondere Schwerpunkte sind den Kritiken zum ersten Autorenfilm Der Andere, dem Kritiker Karl Bleibtreu sowie den Kritiken und theoretischen Diskussionen in "Bild und Film" gewidmet. Resümierend erweisen sich die frühen Kritiken als Ansätze zur ersten eigenständigen filmästhetischen Theorie, der Schauspielertheorie. (Klappentext)
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Eva M. J. Schmid in FILM-Korrespondenz, Nr. 20, 30.9.1986:
Man wird in Zukunft weder als Filmhistoriker noch als Filmtheoretiker ohne die Kenntnis des Buches von Diederichs auskommen.
Fritz Güttinger in Neue Zürcher Zeitung, 27.11.1986:
Sachlicher kann man nicht urteilen, wie es denn überhaupt angenehm berührt, dass Diederichs seinen Gegenstand nirgends einem vorfabrizierten Raster unterwirft, sondern ihn stets rundherum angeht.
Ulrich Baron in epd Film, Nr. 12, 1986:
Im Zentrum der sachkundigen und auch in theoretischen Passagen durchaus leserfreundlichen Darstellung Diederichs' stehen jedoch die Zusammenhänge zwischen den noch unbeholfenen künstlerischen Emanzipationsversuchen des "neuen Mediums" Film und der Entstehung einer ernsthaften Filmkritik.
Klaus Gronenborn in Frankfurter Rundschau, 6.1.1987:
Im Nachweis dieser Verbindungslinien zu Balázs liegt ein weiteres Verdienst der theoriegeschichtlich orientierten Arbeit von Diederichs, der sich insgesamt einer ideologiekritischen Wertung des eher kulturkonservativen Standorts der Kinoreformbewegung zugunsten einer "historisch-verstehenden" Darstellung der Genese ihrer Kunstkritik des Films im Zeichen einer "Remedur" des Kinodramas enthält.
Rheinische Post, 10.1.1987:
Wir haben eben bisher viel zu wenig Kenntnisse von der frühen Literatur zum Thema Film. Jetzt ist bekannt dank der gründlichen Untersuchung Diederichs, daß es 1909 bis 1915 eine von katholischer Seite initiierte und finanzierte Zeitschrift namens "Bild und Film" gab, die in Mönchengladbach erschien, damals wohl vor allem das Sprachrohr der Kino-Reformer war, aber als eine der wichtigsten Quellen für die frühe deutsche Filmtheorie angesehen werden muß. Die weitgehend liberale Beschäftigung mit allen Problemen des Films und Kinos von kirchlicher Seite scheint Tradition zu haben. Hier fand und findet eine Filmpublizistik statt, die über die Fachkreise hinaus Beachtung verdient. Diederichs' Untersuchung (...) gibt eine Fülle von Anregungen. (...) Ein aktuelles Buch also. Und weil es sich gut liest, ist es als Nachschlagewerk gut zu benutzen.
Ulrich von Thüna in Publizistik, Nr. 2, 1987:
Diederichs hat mit außerordentlichem Fleiß die Primärquellen, also Teile der Tagespresse und die Zeitschriftenpresse, durchforstet und hat so eine Topographie der Filmkritik in Deutschland von den Anfängen bis etwa zum Beginn des Ersten Weltkrieges geschaffen, die ein sehr differenziertes Bild gibt. ... Ich wünsche mir für die unzweifelhaft ergiebigeren zwanziger Jahre ähnlich sorgfältig recherchierte und mit souveräner Verknüpfung von Praxis und Theorie geschriebene Darstellungen.
Josef Nagel in medien + erziehung, Nr. 2, 1987:
Diederichs zeigt sehr schlüssig auf, wie sehr unsere heutigen Maßstäbe, Vorurteile und Sehweisen von früheren Kriterien mitbestimmt werden.
Heinz-B. Heller in Medienwissenschaft/Rezensionen, Nr. 2, 1987:
Anstelle von Erklärungsversuchen für die historischen Besonderheiten des kinoreformerischen Kampfes um und für den Film - Zusammenhänge von gesellschaftlichen, volkspädagogisch motivierten Interessen und filmästhetischer Kategorien- und Theoriebildung - dominiert bei Diederichs die Tendenz zur metasprachlich eher unbedarften, mitunter distanzarm zur Paraphrase neigenden Vergegenwärtigung einschlägiger Positionen und Argumente.
Frank Kessler in IRIS, Nr. 8, 1988 (Cinema & Narration 2):
Et Diederichs a le grand mérite de faire ressortir les liens qui se tissent entre ces textes et les réflexions théoriques ultérieures, notamment celles de Balázs. Ainsi ce livre n'est pas seulement une contribution à l'histoire de l'institution cinéma, mais aussi un travail d'histoire de la théorie.
Roland Cosandey in GRIFFITHIANA, Nr. 35/36, 1989:
Diederichs individua magistralmente gli annessi e i connessi di un discorso specifico sul cinema, di un corpus di reazioni e di idee modellato in un contesto complesso - riflessi corporativisti del teatro, movimento del Kino-Reform, discussioni sullo status artistico del cinema, evoluzione della produzione ...